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Land und Leute anno 1837 im damaligen Rot

Grundherrschaften

Roth, früher auch Mönchroth genannt, stand von 1126 - 1803 unter der Grundherrschaft des Prämonstratenser-Klosters, ab 1616 Reichsabtei. Einen entscheidenden Einschnitt in die Geschichte unseres Dorfes bildet die Säkularisation, die Enteignung und Aufhebung der Klöster. In den Napoleonischen Kriegen war Deutschland von den französischen Revolutionstruppen erobert worden. Das linksrheinische Gebiet fiel ganz an Frankreich und die Fürsten und Grafen sollten für das dort verlorene Land entschädigt werden. Ohne dass die Klöster sich mit Erfolg wehren konnten, wurden sie durch den "Reichsdeputationshauptschluß" vom 25. Februar 1803 enteignet, die Konvente aufgelöst und sämtlicher Besitz weltlichen Herren übergeben. Der letzte Abt von Rot, der Berkheimer Nicolaus Betscher, wehrte sich vergeblich.Graf Ludwig von Warthenberg erhielt als Entschädigung seines linksrheinischen Besitzes die Prämonstratenser-Reichsabtei Rot, welche er schon am 1. Dezember 1802 in Besitz nahm. Nach seinem Tod am 10. März 1818 ging die Grafschaft Roth an seinen Neffen, den Grafen Carl Friedrich Ludwig von Erbach über, der dann den Titel Graf zu Erbach-Warthenberg-Erbach und Roth führte. Mit dem Übergang des Besitzes vom Kloster an den Grafen von Warthenberg hatte sich in der Lage der Leibeigenen so gut wie nichts verändert. Der Graf verlieh seine Güter, wie schon das Kloster zuvor als Leiblehen, und teils auch als Erblehen. Die Leibeigenschaft wurde durch Gesetz von 1817 über eine angemessene Vergütung abgelöst. Neben dem Ökonomiegut (Bauhof) gab es im Kerngebiet anno 1837 nur kleine Gütlein oder Seiden, die Handwerker oder Bedienstete als Lehen zur Gewinnung der allernotwendigsten Grundnahrungsmittel, wie Milch, Butter, Käse, Fleisch und Brot inne hatten.

Folgender Querschnitt für das Kerngebiet in Rot a. d. Rot soll Aufschluss über die verschiedenen Handwerksberufe anno 1837 geben.

Güter von Altroth:

St. Benedict - Lindenplatz 3 - Schlosserei
St. Franziskus - Verenastraße 18 - Gasthof zum Engel
St. Christoph - Verenastraße 16 - Bleicher
St. Lazarus - Kanalweg 5 - Schreiner
St. Josephus - Ochsenhauser Str. 3 - Nagelschmied
St. Johann Baptist - Klosterstraße 1 - Hufschmied
St. Dominicus - Klosterstr. 3 - Maurer, ab 1850 Schullehrer
St. Florian - Klosterstraße 5 - Bäckerei, Kaufladen
St. Stephan - Klosterstr. 12 - Sattlerei
St. Bernhard - Klosterstraße 13 - Schreinermeister
St. Ottilie - Klosterstraße 51 - Rotgerber
St. Xaverius - Klosterstr. 591841  - Säger, 1802 Weißgerber
St. Wolfgang A - Gerberstr. 24 - Zimmermeister
St. Wolfgang B - Gerberstr. 26 - Färberei seit 1822


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